Geschichte

Die moderne Hospizbewegung wurde wesentlich von der englischen Ärztin Cicely Saunders geprägt. 1967 gründete sie das St. Christopher´s Hospice in London. Ihre Vision war ein Ort, an dem Menschen ihren individuellen Bedürfnissen gemäß eine adäquate Schmerzbehandlung bekommen und in Würde sterben können. Dabei gehörten für sie die medizinische, pflegerische, spirituelle, soziale und psychologische Dimension in der Betreuung Schwerkranker und Sterbender untrennbar zusammen.

Die von ihr entwickelte Schmerzmedizin und die Erfahrungen in der Sterbebegleitung bildeten die Grundlagen für die weiteren Entwicklungen der Hospizbewegung. Die Bezeichnung „Hospiz“ geht zurück auf die im Mittelalter bestehenden christlichen Herbergen und Wegstationen für Pilger, Mönche, Reisende und Kranke.

„Sie sind wichtig, weil Sie eben Sie sind.“ Sie sind bis zum letzten Augenblick Ihres Lebens wichtig, und wir werden alles tun, damit sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können.“ (Cicely Saunders)

1969 veröffentlichte die Schweizer Psychiaterin Elisabeth Kübler-Ross ihre Ergebnisse der Interviews mit sterbenden Menschen „On Death and Dying“, deutsch: „Interviews mit Sterbenden“, 1971. Sie holte die Gedanken, Gefühle und das Erleben von Sterbenden aus dem bis dahin tabuisierten Bereich heraus. Ihre „Interviews“ zeigen, in welcher Weise Sterbende sich, ihr Leben und ihre Umgebung wahrnehmen und was sie als hilfreich oder als beschwerend erleben. Eindrucksvoll wird in den Gesprächsprotokollen deutlich, dass neben der Angst gegenüber dem eigenen Todes auch Hoffnung aufblühen kann. In dieser letzten Lebensphase können auch positive, tiefe seelische Reifungsprozesse, Dankbarkeit und beglückende Erfahrungen stattfinden. Grundlegend in der Sterbebegleitung war für sie, dass Sterbende liebevolle Zuwendung erfahren und in ihrer Würde geachtet und geschützt werden.